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Who goes there yet again? Mary Elizabeth Winstead im Kampf gegen „The Thing“

Who goes there yet again? Mary Elizabeth Winstead im Kampf gegen „The Thing“

„Who can it be now?“ Aus Kates Kopfhörern singen Men at Work die Frage, die sich die Wissenschaftlerin (Mary Elizabeth Winstead) später selbst stellen muss. Die Antwort entscheidet über Leben und Tod, nicht nur des überschaubaren Wissenschaftlerteams auf einer antarktischen Station. Die gesamte Menschheit ist in Gefahr, sollte das namenlose Etwas ausbrechen aus der isolierten Forschergruppe, unter der es grassiert. „Virus“, nennt einer der Männer den Organismus, dessen Undefinierbarkeit ihn zu einem der heimtückischsten Monster des Science-Fiction-Kinos machte. 

Die Titelkreatur ist der rätselhafte Fund, zu dessen Untersuchung Kate auf den norwegischen Stützpunkt von Dr. Halversen (Ulrich Thomsen) gebeten wird. Wie in eine unheimliche Schneekugel blickt die Paläontologin durch meterdickes Eis auf das unbekannte Wesen. Ein Jahrhundert liegt es dort, sagt Halversen über die Kreatur, die nur auf ihre Entdeckung zu warten scheint. „Vielleicht war es verletzt und wollte sich ein warmes Plätzchen suchen“, vermutete einer der Männer. „Wie es aussieht, erfolglos.“ Bis jetzt. Men is the warmest  place to hide. Mit der eingängigen Tagline lockte der filmische Vorgänger zu einer Filmexpedition in einen kalten Tod, nicht unähnlich der, auf die Matthijs van Heijningen Jr. das Publikum führt. Die Handlung beginnt 1982, dem Jahr von John Carpenters buchstäblich organischem Remake. 

Der Plot folgt dem immer gleichen, gleich effektiven Muster von John W. Campbell, Jr.s Sci-Fi-Story Who Goes There?. Eine Gruppe Forscher stößt in der Antarktis auf eine außerirdische Lebensform, die nur scheinbar leblos ist. Aus dem Kälteschlaf erwacht, dezimiert das Ding in einem anatomischen Spektakel die Crew. Der parasitäre Organismus absorbiert andere Lebewesen und reproduziert sie auf der unablässigen Suche nach einem neuen Wirt. Die von endlosen Schneeweiten umgebene Station wird zum eisigen Gefängnis für die Crew, von der nicht mehr alle menschlich sind. Die Angriffe ähneln weniger Zerstörung als einer bizarren Paarung, die den Partner des spinnenartigen Aliens das Leben kostet. Das Ding verschmilzt mit dem infizierten Körpern zum perfekten Mimikry, um auszubrechen, wenn der Schrecken vorüber scheint. 

Doch das ist er nie. Nicht nach Campbells paranoider Kurzgeschichte, vor deren grausamer Räson van Heijningen ebenso wie die früheren Adaptionen zurückscheut, nicht nach Hawks mit zweideutigen Dialogen gespickten Verfilmung und nicht nach Carpenters The Thing From Another World. Zwischen dem Kultfilm der 80er und dem Science-Fiction-Klassiker knüpft das ansehnliche Kinodebüt des niederländischen Regisseurs den Handlungsfaden mit mehr Geschick. Das weibliche Teammitglied, das bei Hawks nur Dekoration war und bei Carpenter nicht auftauchte, ist nun die Hauptfigur. Auf  Screwball-Romantik verzichtet die kühle Horror-Hommage ebenso wie auf unterschwelligen Machismo und setzt stattdessen auf makabere Komik.

  • OT: The Thing 
  • Regie: Matthijs van Heijningen Jr.
  • Drehbuch: Eric Heisserer
  • Produktionsland: USA, Kanada
  • Jahr: 2011
  • Laufzeit: 103
  • Cast: Mary Elizabeth Winstead, Eric Christian Olsen, Adewale Akinnuoye-Agbaje, Joel Edgerton, Ulrich Thomsen, Kim Bubbs, Jonathan Walker, Stig Henrik Hoff, Trond Espen Seim, Jan Gunnar Røise
  • Kinostart: 17.11.2011
  • Beitragsbild © Universal
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