#movie #review #cinema #critic #film #festival

„Lauras Stern und die Traummonster“ bringt die Kinderbuchheldin zurück ins Kino

„Lauras Stern und die Traummonster“ bringt die Kinderbuchheldin zurück ins Kino

Wer nur gegen seine Ängste ankommt, wenn er sich an andere festklammert, verliert sich noch mehr in ihnen. Das ist die unspektakuläre Erkenntnis, die Kinderbuch-Heldin Laura (Annabel Wolf) und ihr kleiner Bruder Tommy (Sandro Ionnotta) auf ihrer Filmreise ins Traumland erlangen.

Seit Tommy seinen Beschütz-mich-Hund hat, schrumpfen die Ungeheuer seiner Träumen. Ohne Kinderängste, die sie aufplustern, sehen Stiehlauge (Bernhard Hoecker), Fresso (Markus Maria Profitlich), Tentakel (Desiree Nick) und Beule (Maddin Schneider) wortwörtlich klein aus, nur der Ärger ihres Chefs Schlangenmonster (Oliver Kalkoofe) wächst. Nur Lauras Stern kann helfen, als die Traummonster das Maskottchen entführen. Doch im Traumland erwartet die Geschwister auch die Erschreckertruppe, die dank Tommys zurückgekehrter Furchtsamkeit mächtig gewachsen ist.

Ute Münchow-Pohl und Thilo Graf Rothkirch erzählen in ihrem Zeichentrickabenteuer für das jüngste Kinopublikum eine leicht verständliche Parabel von der Konfrontation und Überwindung kindlicher Ängste. Die der Hauptfigur, die tatsächlich Tommy ist, sind allesamt unbegründet. Damit macht es das Regie-Duo den Protagonisten, vor allem jedoch sich selbst allzu leicht. Ins Traumland bräuchten die Geschwister nicht reisen, ist doch ihr normales Leben bereits ein (Wunsch)Traum an Geborgenheit und Vollkommenheit. Von realen Sorgen, die Kinder plagen, ist das buchstäbliche Bilderbuchidyll weit entfernt.

Sinnlos, dass Schlangenmonster seine Truppe zum Erschrecken mahnt, denn „sonst gruselt sich hier nie einer!“ Nicht nur Kindergrusel, jegliche Spannung bleibt trotz knapper Laufzeit auf der Strecke. Hätten Tommy oder Laura wenigstens eine authentisch Angst, die nicht wie Kellermonster und Dachbodenschrecke imaginiert ist. So bleibt der vermeintliche Triumph der Helden ein Scheinsieg nach dem Prinzip: Es braucht keine Lösung, weil es nie ein Problem gab. Kids erkennen und durchschauen diese Leerstelle der oberflächlichen Story, die ihr Publikum auf die Schulbank setzt, bloß um ihm zu erklären, dass es nichts zu lernen gibt. 

  • OT: Lauras Stern und die Traummonster
  • Regie: Thilo Rothkirch, Ute von Münchow-Pohl
  • Drehbuch: Klaus Baumgart
  • Produktionsland: Deutschland
  • Jahr: 2011
  • Laufzeit: 65 min.
  • Cast: Bernhard Hoëcker, Oliver Kalkofe, Ralf Schmitz, Désirée Nick, Martin Schneider, Markus Maria Profitlich
  • Kinostart: 13.10.2011
  • Beitragsbild © Warner Bros.