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Berlinale ’20 Forum: „Red Moon Tide“ evolves into visual poem of nature’s ghostly demise

Berlinale ’20 Forum: „Red Moon Tide“ evolves into visual poem of nature’s ghostly demise

Für seinen zweiten Spielfilm kehrt Lois Patino zurück an die Küstenlandschaft Galiziens. Es ist zugleich eine physische Wiederkehr zu einsamen Orten von rauer Schönheit, ein geistiges Besinnen auf die mit der geheimnisvollen Natur verbundenen Sagen und ein emotionales Erwecken mit der Region verknüpfter Gefühle und Eindrücke. Verknüpft zu einem geisterhaften filmischen Poem, entsteht daraus ein Geschwisterwerk seines ersten Spielfilms Coast of Death. Dessen assoziativen Stil vertieft der Regisseur in einer visuell bestechenden Kontemplation über kulturellen Verlust, Umweltzerstörung und historisches Vergessen.

Geisterhafte Stimmung überlagert malerische Aufnahmen einer nahen menschenleeren Gegend, geschaffen aus Wasser, Wind und Stein. Einsamkeit umfängt ein verwaistes Fischerdorf und die vereinzelten Gestalten, denen die Kamera dort begegnet. Sie könnten Gespenster sein oder Überlebende einer unbekannten Katastrophe, auf die Erzählungen von bösen Vorzeichen hindeuten. Märchenillustrationen beschwören eine Art Leviathan, doch die im Off-Kommentar gefürchtete Bestie ist eher Verkörperung ökonomisch und ökologisch destruktiver Prozesse. Deren Auswirkung motivieren unterschwellig die von anderweltlichen Klängen begleitet Elegie, eine elegische Komposition wortwörtlicher Gedankenbilder.

  • OT: Lúa vermella
  • Regie: Lois Patiño
  • Drehbuch: Lois Patiño
  • Produktionsland: Spain
  • Jahr: 2019
  • Laufzeit: 80 min. 
  • Cast: Ana Marra, Carmen Martínez, Pilar Rodlos, Rubio de Camelle
  • Beitragsbild © Berlinale
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