#movie #review #cinema #critic #film #festival #podcast

“Farang“ fights its way to be watchable

“Farang“ fights its way to be watchable

Mayhem lautet der ursprüngliche und in Anbetracht des inhaltsgebenden Schlägerei-Spektakels passendere Titel Xavier Gens‘ jüngsten Genre-Geschenks an MMA-Action-Fans. Zu denen zählt sichtbar auch der Regisseur und Co-Drehbuchautor, dessen ultra-brutaler Kampf-Krimi sämtliche dramaturgische Tropen abhakt. Samir alias Sam (Nassim Lyes) hat seine Haftstrafe wegen Drogenhandel mustergültig abgesessen, doch wie das im Film so ist, gönnen ihm die alten Gangmitglieder keinen Neuanfang. Fünf Jahre später lebt Sam in Thailand glücklich mit Musikerin Mia (Leinwanddebütantin Loryn Nounay) und deren kleiner Tochter Dara. Als ein letzter Coup für den französischen Unterwelt-Boss Narong (Olivier Gourmet) schiefgeht, Mia ermordet und Dara entführt wird, müssen Fäuste sprechen.

Szenario und Struktur, Plot und Protagonisten, Dialoge und Dramaturgie – alles an dem temporeich inszenierten Gewaltfest entspricht mustergültig dem Kanon vergleichbarer One-Man-Army-Filme. Entsprechend vorhersehbar ist die Handlung, die sich trotz des unangenehm kolonialistisch konnotierten Stereotyps des allen überlegenen Europäers immerhin die übliche Dosis Chauvinismus, Konservativismus und Xenophobie spart. Dass Sams Glück nicht dauern kann, ist ebenso klar wie der Strippenzieher der Aktion oder deren Ausgang, bei dem alle Verletzungen plötzlich vergessen sind. Ähnlich schnell verblasst der routinierte Fight-Film, an dem alles von Schauspiel bis zur Story über Kulissen und Choreographien einen Tick über dem Durchschnitt liegt. Das reicht schon, um sich abzuheben. 

  • OT: Farang
  • Director: Xavier Gens
  • Screenplay: Guillaume Lemans, Xavier Gens, Stéphane Cabel
  • Country: USA
  • Year: 2023
  • Running Time: 99 min. 
  • Cast: Nassim Lyes, Loryn Nounay, Olivier Gourmet, Chananticha Tang-kwa, Vithaya Pansringarm, Sahajak Boonthanakit, Yothin Udomsanti, Gigi Velicitat, Kenneth Won
  • Image © StudioCanal