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„Argylle“: Crappy spin-off proves that “Kingsman” will never end

„Argylle“: Crappy spin-off proves that “Kingsman” will never end

Kaum hat man sich von Kingsman erholt, liefert Matthew Vaughn den nächsten Teil. Der ist weder das nächste Prequel, Sequel oder Requel des erzreaktionär Franchise noch der Abschluss der angekündigten Trilogie um Eggsy. Tatsächlich hat die actionlastige Agenten-Comedy vermeintlich nichts mit den anderen actionastigen Agenten-Comedies zu tun. Aber alles an Argylle schreit Kingsman so laut, dass man die Filme miteinander verknüpfen muss, lange bevor Drehbuchautor Jason Fuchs es tut. Ein Spoiler ist das nicht angesichts der auffälligen Überschneidungen, nicht nur in Besetzung und Genre. Alles ist ein Déjà vu: Von tänzerischen Kampf-Choreographien über musikalisch untermalten Massenexekutionen bis hin zur Story.

Darin erfährt Bestseller-Autorin Elly Conway (Bryce Dallas Howard) auf einer Reise mit Knickohr-Kater Alfie, dass ihre Romane der Realität zu nahe gekommen sind und sie nun von einem geheimen Syndikat gejagt wird. Zum Glück taucht Agent Aidan (Sam Rockwell) als Pendant ihres titelgebenden Romanhelden (Henry Cavill) auf, um die überforderte Neurotikerin aus jeder bedrohlichen Lage zu retten. Die Vermischung von Romanwelt und Realität kopiert die trotz hohen Tempos schleppende und stolpernde Story dreist von The Lost City, der allerdings witziger und intelligenter war. War er doch kaum? Stimmt, und die aalglatte Abfolge tumben Schießens und Schlagens ist eine halbe Stunde länger. 

Natürlich würde die zwischen Shared Universe und Copy-Cat-Feature changierende Farce nicht komplett ohne den obligatorischen alt-right Anstrich. Dass jener nicht ganz so dick aufgetragen ist wie in Vaughns letzten Inszenierungen, ist die einzige relative Qualität neben einer Handvoll guter Darstellender. Zwar nicht Howard, die erneut ihre Präferenz für misogyne Rollen (Elly ist ahnungslos und überfordert, bis Männer sie zurechtbiegen) beweist, aber Rockwell, Dua Lipa, Bryan Cranston und Ariana DeBose geben ihren Charakteren mehr Profil als verdient. Doch die witzlosen Dialoge, mangelnde Spannung und Figuren-Chemie und sichtbar unechten Kampfszenen wecken jetzt schon Angst vor dem nächsten Teil der geplanten … Trilogie. Was sonst?

  • OT: Argylle
  • Director: Matthew Vaughn
  • Screenplay: Jason Fuchs
  • Country: USA
  • Year: 2024
  • Running Time: 139 min. 
  • Cast: Sofia Boutella, Henry Cavill, Dua Lipa, Bryce Dallas Howard, Ariana DeBose, Sam Rockwell, Samuel L. Jackson, Bryan Cranston, John Cena, Catherine O’Hara, Rob Delaney, Jing Lusi, Jason Fuchs, Grecia De la Paz, Stanley Morgan, Alaa Habib
  • Image © Universal Pictures
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