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“Ein Fest fürs Leben”: Überflüssig, aber erträglich

“Ein Fest fürs Leben”: Überflüssig, aber erträglich

Mit deutschen Komödien ist es wie mit Großveranstaltungen: Manchmal ist es schon ein Erfolg, wenn das Ganze nicht so schlimm wird, wie befürchtet. Das gilt auch für Richard Hubers Kinodebüt, das die Abgründe hiesigen Humors vor allem dank des spielfreudigen Ensembles vermeidet. Die einigermaßen diversen Nebendarstellenden in der nach dem Prinzip einer Sketch-Parade aufgebauten Story sind dabei wesentlich unterhaltsamer als Christoph Maria Herbst in der Hauptrolle des gestressten Hochzeitsplaners Dieter. Der ist wenig überraschend die x-te Variation des Parade-Parts, auf den Herbst abonniert ist: der ewig nörgelnde Chef, dessen Ideal von Pünktlichkeit, Präzision und Planablauf in maximal großem Rahmen scheitert.

Die auf der französischen Erfolgskomödie Le sens de la fête basierende Handlung folgt fast szenengenau der Vorlage, die wiederum eine Blaupause von Festtags-Fiasko-Filmen liefert. Wie erwartet torpedieren wegen unerfahrene Aushilfen die Schloss-Traumhochzeit, auf der nicht nur wegen des selbstverliebten Bräutigams nichts schief gehen darf. Tut es natürlich trotzdem. Die meisten der Pannen sind so vergammelt wie der Hauptgang, der für die obligatorische Lebensmittelvergiftung sorgt. Dergleichen sich Ekelwitze und Schadenfreude halten sich zum Glück in Grenzen und hinter der stereotypen Fassade bleiben Dieter und Team als Menschen erkennbar. Amüsant ist das nur bedingt. Aber es hätte so viel schlimmer kommen können. 

  • OT: Ein Fest fürs Leben 
  • Director: Richard Huber
  • Screenplay: Richard Huber
  • Country: Germany 
  • Year: 2023
  • Running Time: 101 min. 
  • Cast: Christoph Maria Herbst, Rainer Bock, Marc Hosemann, Pit Bukowski, Anne Schäfer, Jasmin Shakeri, Ernst Stötzner, Ulrich Brandhoff, David Ali Rashed, Jörg Schüttauf, Ben Münchow, Charlotte Schwab, Johannes Allmayer, Sahin Eryilmaz, Cynthia Micas, Banafshe Hourmazdi
  • Image © Warner Bros.
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