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Ungenügend: Melissa McCarthy can „How to party with Mom“ nicht aufpeppen

Ungenügend: Melissa McCarthy can „How to party with Mom“ nicht aufpeppen

Wenn selbst eine Comedian von Melissa McCarthys Talent aus dem Back-to-College-Konzept nicht keine Handvoll schlagfertiger Gags rausholen kann, dann steckten womöglich nie welche drin. Während die atypische Heldin dank der Rückkehr auf ein altbekanntes Spielfeld zu neuen Höhenflügen ansetzt, bleibt ihre Darstellerin einmal mehr unterfordert. Zwar zeigt McCarthys Partner und Co-Drehbuchautor Ben Falcone guten Willen, dem Chauvinismus des ausgelaugten Subgenres eine generationsübergreifende Girl-Power-Botschaft entgegenzusetzen, doch „hat sich bemüht“ ist eben bloß „ungenügend“ nett umschrieben. Ohne bissigen Humor und Mut zum Anecken bleibt enttäuschend harmloser Klamauk.

Die Inszenierung dominiert ein gänzlich realitätsentrückter Optimismus, der die unspektakulären Konflikte der konventionellen Story zu Lappalien abmildert. Dass Hausfrau und Mutter Deanna Miles (McCarthy) ihren Abschluss praktisch in der Tasche hat, verkündet schon das Poster. Die skeptischen Reaktionen von Tochter Maddie (Molly Gordon), die im selben Jahrgang studiert, beschränken sich auf nachsichtige Blicke. Ansonsten steht Maddy jederzeit hinter der frisch vom Gatten Dan (Matt Walsh) verlassenen Mama, der bereits vor dem obligatorischen Vorher-Nachher-Umstyling die Sympathie ihrer jungen Kommilitoninnen (Gillian Jacobs, Adria Arjona, Jessie Ennis) zufliegt.

Die Liaison der von ihrer Studentinnenverbindung in Dee Rock umgetauften Deanne mit dem wesentlich jüngeren College-Cutie Matt (Luke Benward) offenbart zugleich das parodistische Potenzial des Plots und dessen Defizit an Doppelbödigkeit. Statt Sexismus und Konservativismus der direkt referenzierten 80er – Jahrzehnt zahlreicher Kult-College-Komödien – bloßzustellen, ironisiert die Handlung den Gender-Swap. Dass ein Modelltyp auf Deanne stehen könnte, wird als lachhaft absurd hingestellt. Der vordergründige Empowerment-Message, für die sogar Christina Aguilera vorfährt, gibt dergleichen Verhaltenheit einen harschen Dämpfer. Den Mangel an Verve können tolle Nebendarstellerinnen nicht ausgleichen.

  • OT: Life of the Party
  • Regie: Ben Falcone
  • Drehbuch: Ben Falcone, Melissa McCarthy
  • Produktionsland: USA
  • Jahr: 2018
  • Laufzeit: 105 min.
  • Cast: Gillian Jacobs, Melissa McCarthy, Debby Ryan, Adria Arjona, Luke Benward, Julie Bowen, Molly Gordon, Stephen Root, Maya Rudolph, Christina Aguilera, Heidi Gardner, Chris Parnell, Jacki Weaver, Jessie Ennis
  • Kinostart: 05.07.2018
  • Beitragsbild © Warner Bros.
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