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„The Report“ places thoughtful political drama contra pseudo historical torture promo

„The Report“ places thoughtful political drama contra pseudo historical torture promo

Stellenweise wird Scott Z. Burns zweite Regiearbeit ähnlich erschöpfend wie der titelgebende Bericht des Hauptcharakters (exzellent: Adam Driver), doch im Endeffekt profitiert die nüchterne Inszenierung von einer dramatischen Zurückhaltung, die in Enthüllungsthrillern genauso rar ist wie der Fokus auf sachliche Wahrhaftigkeit. Deren Gegenteil repräsentiert auf filmische Ebene Kathryn Bigelows Zero Dark Thirty. Dessen Trailer erinnert Daniel Jones in einer Szene an die omnipräsente Macht des perfekt geölten Propagandaapparats und den verschwinden geringen Wert ethischen Gewissens.

Letztes ist das Momentum der unterkühlten Handlung, die Entstehung, Vervollständigung und Veröffentlichung des in einem halben Jahrzehnt mühseliger Büroarbeit in düsteren Kellerräumen erstellten Dokuments nachzeichnet. Der turmhohe Papierberg mit Belegen der Widerwärtigkeit, Widerrechtlichkeit und Nutzlosigkeit systematischer Folter seitens CIA und FBI zur vorgeblichen Verhinderung terroristischer Anschläge nach 9 /11 umfasst mehr, als Jones Auftraggeberin Senatorin Dianne Feinstein (Annette Benning) je erwartet hatte und die im Bericht aufgeführten Täter und Verantwortlichen die Öffentlichkeit wissen lassen wollen. 

Die persönliche Bedrohung seitens der in Folter verwickelten Sicherheitsorgane vollzieht sich ebenso beiläufig wie das Privatleben, das Jones und sein Team ihre Arbeit opfern. Gleiches gilt für Schlaf, den die durch die protokollierten Grausamkeiten traumatisierten Ermittler_innen nicht mehr finden. Die in albtraumhaften Flashbacks angedeuteten Verbrechen geben dem bekannten Ausgang des intellektuelle Politthrillers den bitteren Beigeschmack eines Pyrrhussiegs. Ellenlange Berichte sind machtlos gegen eine Öffentlichkeit, welche die Legitimation von Folter – ob politisch oder filmisch – honoriert.

  • OT: The Report
  • Regie: Scott Z. Burns
  • Drehbuch: Scott Z. Burns
  • Produktionsland: USA
  • Jahr: 2019
  • Laufzeit: 118 min. 
  • Cast: Adam Driver, Annette Bening, Jon Hamm, Ted Levine, Maura Tierney, Michael C. Hall, Tim Blake Nelson, Jennifer Morrison, Matthew Rhys, Ben McKenzie, Sarah Goldberg, Noah Bean, Carlos Gómez, Daniel London, Linda Powell, Victor Slezak, Joseph Siravo, Hope Blackstock, Jane May Graves, Evander Duck Jr., Julia Murney, Pun Bandhu, T. Ryder Smith, Jake Silbermann, Frances Eve, CJ Parson, Gregory Jones, Ratnesh Dubey
  • Kinostart: 07.11.2019
  • Beitragsbild © DCM Filmdistribution
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