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„Godzilla: King of the Monsters“ zermalmt Witz und Charme von Vorgänger & Vorlage

„Godzilla: King of the Monsters“ zermalmt Witz und Charme von Vorgänger & Vorlage

Godzilla machte mal Spaß. Gareth Edwards Remake zumindest etwas, dafür aber das Original-Franchise dank seiner integralen Selbstironie und Verspieltheit. Tatsächlich ist einer der witzigsten Kaiju-Filme Ghidorah, the Three-Headed Monster, auf dem die von Regisseur Michael Dougherty mit den Franchise-Stammautoren Max Borenstein und Zach Shields verfasste Story lose basiert. Doch außer den spektakulär animierten Kreaturen überlebt nichts vom Geist der Vorlage in dem tief in westlichen Genre-Konventionalismus und Schemata vergrabenen Sequels.

Das ist bestenfalls unfreiwillig komisch, wenn Kyle Chandlers unsympathischer Held Dr. Russell und der Rest der Nicht-mehr-sonderlich-Geheimorganisation Monarch ihre repetitiven Retortendialoge in weltschicksalsentscheidenden Situationen aufsagen, lebensgefährlich nahe Katastrophen bestaunen, statt abzuhauen, und Riesenobjekte erst auf dem Radar entdecken, nachdem diese verbal angekündigt wurden. Der an Spannung und Atmosphäre gleichermaßen arme Plot um einen von Helden-Ex-Gattin Dr. Emma Russell (Vera Farmiga) konstruierten McGuffin namens „Orca“ zeigt statt Kaiju-Kämpfen lieber Familienzankereien. 

Selbst die CGI-gewaltigste Klopperei des traurig unterentwickelten Titelcharakters mit Nemesis Ghidorah ist bloß Hintergrundrauschen zum Zwist des Rettergatten mit seiner zum Öko-Terroristen Alan (Charles Dance) übergelaufenen Ex. Tochter Madison (Millie Bobby Brown) klaut als dramatische Motivation zusätzlich Screentime von Mothra und Rodan, die Dougherty so gleichgültig sind wie das allegorische Potenzial der Kaijus als Verkörperung militärischer und technologischer Schrecken. Stattdessen wird die zaghafte Ökobotschaft des Vorgängers umgekrempelt: Long live the nuclear (power) family.

  • OT: Godzilla: King of the Monsters
  • Regie: Michael Dougherty
  • Drehbuch: Max Borenstein, Michael Dougherty, Zach Shields
  • Produktionsland: USA
  • Jahr: 2019
  • Laufzeit: 132 min. 
  • Cast: Bradley Whitford, Millie Bobby Brown, Vera Farmiga, Sally Hawkins, Kyle Chandler, Charles Dance, Ziyi Zhang, Thomas Middleditch, O’Shea Jackson Jr., Ken Watanabe, Aisha Hinds, Jason Liles, Anthony Ramos, O’Shea Jackson Jr.
  • Kinostart: 30.05.2019
  • Beitragsbild © Warner Bros.
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