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Smug Sci-Fi-Romance „The Space Between Us“ light years away from endurable entertainment

Smug Sci-Fi-Romance „The Space Between Us“ light years away from endurable entertainment

Mit seinem Pop-Märchen Hannah Montana und der Selbstfindungskomödie Hector and the Search for Happiness hat Peter Chelsom bewiesen, dass er die dramaturgische Tonleiter substanzloser Mainstreamkost auf jede Altersgruppe einstimmen kann. Sein jüngstes Werk stellt erneut Kommerz über Kunst und Formalismus über Inspiration. Alan Loebs Story würfelt ein Potpourri an Genres und Themen zusammen, ohne sich für eines aufrichtig zu interessieren. Den Anfang machen abgekupferte Sci-Fi-Elemente, die später wahlweise ignoriert oder verdrängt werden. Eine in sich schlüssige Handlung ist hier schon zu viel verlangt. Dafür wird jede Wendung meilenweit im Voraus angekündigt. 

Wissenschaftler Nathaniel Shepherd (Gary Oldman) hat angesichts der globalen Umweltzerstörung eine Kolonie auf dem Mars initiiert. Zu sehen ist von der Katastrophe weder zum Startzeitpunkt der Mission noch während der Haupthandlung 16 Jahre später etwas. Alles also doch eine Erfindung von China? Egal, der auf dem Mars geborene Gardner (apathisch wie gewohnt: Asa Butterfield) erfreut sich bei seinem ersten Besuch an der Schönheit des Blauen Planeten. Pech für den naiven Helden, dass er nicht bleiben kann. Seine Astronautin-Mutter (Janet Montgomery) hat ihn in einer absurden Schauvorführung weiblicher Inkompetenz im Weltraum ausgetragen. Bei den Eignungstests der NASA fehlten die Zauberstäbchen zum Draufpinkeln und einer hormonverwirrten Frau kann keiner zutrauen, die Signale ihres Körpers zu deuten. So leidet ihr Sohn an einer schwer allegorischen Kondition: „Sein Herz ist zu groß. Er kann auf dieser Welt nicht leben.“ 

Bis zur unvermeidlichen Trennung hilft ihm die als rebellische Außenseiterin vorgestellte Tulsa (Britt Robertson), seinen Vater ausfindig zu machen. Während des unglaubhaften Roadtrips der beiden sitzt sie plötzlich mit Lipgloss und Blow Dry Frisur neben dem Marsmenschen und die Romanze kann losgehen. Bei der pathetischen Verflachung des Genres scheint es bloß eine Frage der Zeit bis zur Weltraum-Soap von Nicholas Sparks. Der Autor scheint am Set von Den Sternen so nah um die Ecke gestanden zu haben, um Tipps einzuflüstern: Jetzt zu aufwallender Musik mit dem Flugzeug davon! Aus dem Autofenster lehnen und einen Popsong voll aufdrehen! Eine verzweifelte Umarmung in der schäumenden Meeresbrandung! Und wenn der Held schon vom Mars kommt, ist für Product Placement auch noch Platz. 

Pseudophilosophisch verbrämte Science-Fiction-Ware wie Gravity, The Martian und Interstellar hat der intergalaktischen Version von Vorstadtjunge trifft Großstadtmädchen den Weg geebnet. In diesem kalkulierten Konzept sind Oldman und Carla Guigno als kinderlose Wissenschaftlerin, die Muttergefühle entdeckt, höchstens Aushängeschilder eines rein behaupteten Tiefgangs, der am Zielpublikum sowieso vorbeiginge.

  • OT: The Space Between Us
  • Regie: Peter Chelsom
  • Drehbuch: Peter Chelsom, Tinker Lindsay, Allan Loeb, Stewart Schill
  • Produktionsland: USA
  • Jahr: 2016
  • Laufzeit: 121 min. 
  • Cast: Carla Gugino, Britt Robertson, Asa Butterfield, Gary Oldman, BD Wong, Janet Montgomery
  • Kinostart: 09.02.2017
  • Beitragsbild © Tobis
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