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James Wans DC-Derivat „Aquaman“ säuft in Einfalls- & Hirnlosigkeit der Story ab

James Wans DC-Derivat „Aquaman“ säuft in Einfalls- & Hirnlosigkeit der Story ab

Lässt sich überhaupt eine Kritik zu James Wans überlanger H2-Oper verfassen, ohne eine Flut an Wasser-Kalauern? Möglich, aber solch Ernst wäre kaum ein passender Ansatz bei einem Action-Spektakel, das überschwappt vor paillettenbesetzten Kitsch-Kostümen, stumpfem CGI und verwässertem Familiendrama. Dessen muskelstrotzender Held Arthur Curry alias Aquaman (Jason Mamoa) reitet grimmig im Sexy-Seaworld-Anzug auf einem Kriegsseepferdchen (Kriegshaie – okay, aber Seepferdchen?) zum unvermeidlichen Triumphsieg seiner Origin-Story, die ihre Trashigkeit nicht realisiert. Seichtheit, Stupidität und Schludrigkeit machen DCs Derivat zum filmischen Bauchklatscher. 

Diese Flachlandung wäre weniger peinlich, besäße der Regisseur Sinn für den Camp-Faktor der von ihm mitverfassten Story. Doch Wan ist nicht Taika Waititi, obwohl er das bisweilen zu glauben scheint. Überdeutliche Parallelen zu Marvels Halbgott Thor machen den illegitimen Sohn der Atlantis-Königin Atlanna (eine computertechnisch verjüngte Nicole Kidman) und eines Leuchtturmwärters (Temuera Morrison) zum Aufhänger eines Quasi-Remakes. Das klaut nicht nur beim Erzkonkurrenten, sondern bedient sich sogar bei Pinocchio, was nicht nur Arthurs Love Interest Mera (Amber Heard) mit WTF-Gesicht zurücklässt. 

Die zahllosen Déjà-vus verbinden gruseliger 80er-Pop und bizarre Texteinschübe. Deren Lieblingsortsangabe „irgendwo“ scheint symptomatisch für das Desinteresse der Macher an einem Blockbuster, dessen bombastische fiktive Welt traurig arm an Phantasie und Plastizität ist. Bis zu King Arthurs Excalibur-Moment mit einem magischen McGuffin-Dreizack werden Stormtrooper, Kaijus und eine von Dinos bevölkerte „versteckte Insel im Zentrum der Erde“ bemüht, meistens unter Wasser und in Glitzer-Rüstungen. Die sollen Erhabenheit ausstrahlen, wirken aber wie von Pierre et Gilles entworfenes Arielle-Cosplay – minus die Ironie.

  • OT: Aquaman
  • Regie: James Wan
  • Drehbuch: David Leslie Johnson-McGoldrick, Will Beall, Geoff Johns, James Wan, Mort Weisinger, Paul Norris
  • Produktionsland: USA
  • Jahr: 2018
  • Laufzeit: 143 min. 
  • Cast: Jason Momoa, Amber Heard, Dolph Lundgren, Nicole Kidman, Julie Andrews, Patrick Wilson, Willem Dafoe, Graham McTavish, Tahlia Jade Holt, Djimon Hounsou, Randall Park, Temuera Morrison, Yahya Abdul-Mateen II, Leigh Whannell
  • Kinostart: 20.12.2018
  • Beitragsbild © Warner Bros.
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