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Nichtmal Kate McKinnon rettet „Bad Spies“, an dem die Poster noch das Witzigste sind

Nichtmal Kate McKinnon rettet „Bad Spies“, an dem die Poster noch das Witzigste sind

Kate McKinnon sollte unbedingt öfter ihren schrägen Humor auf die Leinwand bringen. Nur nicht in uninspirierten Klamotten wie Susanna Fogels zweites Kinowerk. Das ist ein fader Nachahmer des Melissa-McCarthy-Vehikels Spy, das seinerseits schon kein Geniestreich war, aber gegenüber zusammengestoppelten Episoden fast wie einer aussieht. Entweder hatte die Regisseurin nicht den Mut oder die Möglichkeit, dem komödiantischen Talent ihrer Hauptdarstellerinnen freien Lauf zu lassen. So nimmt der absurde Plot unzählige Male Anlauf zu Pointen, die dann nie erfolgen. Noch angestrengter als der Humor wirkt der pseudo-feministische Gestus der Story.

Deren Originaltitel erhebt den Ex-Lover der vermeintlichen Heldin zum Motor einer Handlung, die trotz diverser Ortswechsel nie von der Stelle kommt. Genauso schlimm, bloß auf andere Weise, ist der deutsche Verleihtitel in der unrühmlichen Tradition von Bad TeacherBad Grandpa und Bad Moms. Letzter zeigte bereits Mila Kunis, die hier als entschlussscheue Audrey selbst die minimale Entwicklung ihrer Figur nicht glaubhaft machen kann. Schuld sind das schematische Drehbuch und die Inszenierung, die mit dem Humor auch jede Emanzipation Audreys und ihrer überdrehten besten Freundin Morgan (McKinnon) unterminiert.

Ansatzweise Dynamik besitzt bedauerlicher- und bezeichnenderweise einzig das exlosive Intro, in dem Aubreys Ex Drew (Justin Theroux) mehr Kompetenz und Kampftauglichkeit zeigt als die Frauen während der gesamten Tour zu Europas billigsten Drehorten. Dauernde Lippenbekenntnisse zur progressiven Agenda des Films unterstreichen lediglich deren Fehlen. Wenn das planlose Hin und Her zwischen Action-Thriller und Buddy-Movie ein Ziel hat, dann mit lahmen Rohrkrepierern Europudding-Setting und Pseudo-Badass-BFs die Kinokasse klingeln zu lassen. Neben McKinnon und Gillian Andersons Cameo sind das Sehenswerteste noch die Poster. Und selbst die sind Nachahmungen besseren Artworks.

  • OT: The Spy who Dumped Me
  • Regie: Susanna Fogel, David Iserson
  • Drehbuch: Susanna Fogel
  • Produktionsland: USA
  • Jahr: 2018
  • Laufzeit: 116 min.
  • Cast: Mila Kunis, Kate McKinnon, Sam Heughan, Justin Theroux, Gillian Anderson, Ivanna Sakhno, Ólafur Darri Ólafsson, Justine Wachsberger, Fred Melamed, Hasan Minhaj, Attila C. Arpa, Kev Adams, Maria Z. Wilson, Dustin Demri-Burns
  • Kinostart: 30.08.2018
  • Beitragsbild © StudioCanal
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