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Gabrielle Union kann „Breaking in“ nicht raushauen

Gabrielle Union kann „Breaking in“ nicht raushauen

Oberflächlich betrachtet zeigt James McTeigues formalistischer Thriller eine Mutter (Gabrielle Union) im Kampf gegen ein Quartett trotteliger Einbrecher im festungsartigen Anwesen ihres verstorbenen Vaters. Aber das wahre Duell des umgekrempelten Home-Invasion-Movies ist das einer unterforderten Schauspielerin gegen einen unfähigen Regisseur. Der ruinierte weit besseres Material (V for Vendetta, The Raven) als das Sackgassendrehbuch Ryan Engles, Autor der hirnrissigen Szenarien von Non-Stop (mit Liam Neeson), The Commuter (mit Liam Neeson) und Rampage. Was haben die Drei außer gähnenden Logiklücken gemein? Sie feiern starke weiße Männern im Einzelkampf.

Aber jemand hat den Produzenten gesteckt, die Ära des straight white male herokönnte bald vorbei sein (so in 100.000 Jahren). Daher testen sie neuerdings andere Zuschauergruppen aus, ganz zaghaft mit einem Werk, dessen miese Produktionswerte und schludrige Inszenierung deutlich macht, wie angetan die Macher vom Aufhänger „farbige Frau kämpft im Alleingang“ waren. Das ändert sich hoffentlich nach dem Kassenerfolg, den der Mangel an Action und Spannung noch überraschender macht. Die unsinnige Story ist so eindimensional wie die Figuren, deren nervige Geplänkel die knappe Handlungszeit dominieren.

Mehr als Heldin Shaun Russell interessierten McTeague die Schurken. Eddie (Billy Burke) ist der durchtriebene Boss, Duncan (Richard Cabral) der Psycho, dessen Jagdmesser nicht bloß Deko ist, Sam (Levi Meaden) das blondierte Softeis, das vor Nervosität wegschmilzt, und Peter (Mark Furze) – tja, ist quasi gleich tot. Doch selbst die wandelnden Stereotype wirken vielschichtig verglichen der Löwenmama, deren Persönlichkeit auf Papakomplex und Mutterinstinkt reduziert wird. Wie gleichberechtigte Narration geht, muss McTeague nochmal jemand erklären – und bei der Gelegenheit auch gleich, wie Suspense, Dialogen und Atomsphäre funktionieren.

  • OT: Breaking In
  • Regie: James McTeigue
  • Drehbuch: Ryan Engle
  • Produktionsland: USA
  • Jahr: 2018
  • Laufzeit: 88 min.
  • Cast: Gabrielle Union, Will Packer, James Lopez, Craig Perry, Sheila Taylor, Billy Burke, Richard Cabral, Seth Carr, Ajiona Alexus, Christa Miller, Levi Meaden, Jason George
  • Kinostart: 16.08.2018
  • Beitragsbild © Universal