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No Romy Schneider in sight: „La Piscina“ auf der Berlinale

No Romy Schneider in sight: „La Piscina“ auf der Berlinale

Es ist der Swimmingpool“, erklärt die junge Diana (Monica Molinet), die sich dort regelmäßig mit ihrem gehbehinderten Freund Rodrigo (Felipe Garcia), dem in trotziges Schweigen verfallenen Oscar (Carlos Javier Martinez) und dem geistig behinderten Danny (Marcos Costa) in der Schwimmklasse eines einst erfolgreichen Sportlehrers (Raul Capote) trifft. “Der Swimmingpool, der Swimmingpool!“, ruft Danny mit Begeisterung. Die macht das eindrucks- und ausdruckslose Langfilmdebüt des venezolanischen Regisseurs Carlos Machado Quintelas allerdings schwer nachvollziehbar.

Das Behinderten-Exposé erschöpft sich in der zähen Chronologisierung der regelmäßigen Besuche, die Danny (Marcos Costa), der verunsicherte Rodrigo (Felipe Garcia), die herausfordernde Beinamputierte Diana (Monica Molinet) und Oscar (Carlos Javier Martinez), den die beiden wegen seines hartnäckigen Schweigens schikanieren, einem ärmliche Schwimmbad abstatten. Das Wasserbecken glitzert, die Stimmung an seinem Rand indes bleibt trübe. Ob die physischen und psychischen Handicaps der Protagonisten, die mehr Holzschnitten als lebendigen Charakteren gleichen, oder ein übergreifendes Ereignis Ursache der permanent spürbaren Missstimmung ist, verraten die repetitiven Kameraperspektiven nicht. La Piscina bleibt ein Ort außerhalb eines greifbaren sozialen oder individuellen Kontextes. Die abwechselnd übermäßig emotional und irritierend abgestumpft erscheinenden Protagonisten finden beim Sitzen am Beckenrand offenbar einen Sinn, der sich einer außenstehenden Perspektive entzieht – sei es die Perspektive der anderen Badegäste oder der Filmzuschauer des dröge vor sich hin plätschernden Beitrags zum Berlinale Panorama.

  • OT: La Piscina
  • Regie: Carlos Quintela
  • Drehbuch: Abel Arcos
  • Produktionsland: Kuba, Spanien, Venezuela
  • Jahr: 2011
  • Laufzeit: 65 min.
  • Cast: Raúl Capote, Mónica Molinet, Carlos Javier Martinez, Felipe García, Marcos Costa, Francisco García, Marlén Rivero, Fernando Hechevarria, Mario Guerra
  • Beitragsbild © Berlinale