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Berlinale ’12: „A Night too Young“ beäugt hungrige Kinder der Nacht

Berlinale ’12: „A Night too Young“ beäugt hungrige Kinder der Nacht

Zärtlich ist die Nacht zu den beiden Schulfreunden, die am Neujahrstag Katrina und ihren beiden Begleitern begegnen. Eine kalte Winternacht, in der die Lehrerin für die an der Grenze zur Pubertät stehenden Jungen zur Lehrerin in den seelischen und physischen Perversionen der Erwachsenenwelt wird. Die Kinder sind die unverständigen Pendants der unreifen Männer, deren Gastgeberin Katrina in Olmo Omerzus verstiegenem Versuch einer psychologischen Exkursion, die sich zur Triebstudie wandelt, wird.

Zuerst schickt Katrina, die fast noch jung, aber nicht mehr so jung wie ihre minderjährigen Begleiter ist, die namenlosen Jungen Alkohol und Zigaretten für sich und ihre Freunde Stepan und David kaufen. Der zweite Gefallen, den sie einfordert, ist weniger harmlos. Eingehüllt in ihren Hausmantel legt sie eines der Kinder in das Bett, dass einer der beiden Männer gerne mit ihr teilen würde. Seinen Freund lässt sie unterdessen auf die Erfüllung eines unbestimmten Versprechens warten, wie den zweiten der erwachsenen Gäste, zu denen bald ein dritter stößt. „Denk dir lieber eine gute Entschuldigung aus und bete, dass sie uns nicht verraten.“, rät ihr David heimlich, als er den Polizisten sieht, der über Funk hört, dass zwei Kinder vermisst werden. Mit der Nacht und der Begierde nimmt auch das schleppende Kammerspiel immer entartetere Züge an, von denen weder der Regisseur noch die Figuren wissen, was davon erdacht ist, was furchtsam ersehnt und was krankhaft real.

  • Regie: Olmo Omerzu
  • Drehbuch: Olmo Omerzu
  • Produktionsland: Tschechien, Slowenien
  • Jahr: 2012
  • Laufzeit: 65 Min.
  • Beitragsbild © Berlinale