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Die Schreibweise des Titels ist das Originellste an „[REC]3 Genesis“

Die Schreibweise des Titels ist das Originellste an „[REC]3 Genesis“

Familienfeste sind der Horror. Dass entdecken auch Koldo (Diego Martin) und Clara (Leticia Dolera) auf ihrer Hochzeitsfeier. Onkel Victor (Emilio Mencheta) fällt nicht nur aus der Rolle, sondern vom Balkon. Schuld ist der gute alte Zombie-Virus.Statt über das Büfett fallen die Infizierten über die Gäste her. Doch die im blutigen Chaos getrennten Vermählten folgen dem Rat der Beastie Boys: Fight for your right to Party!

Das Zombie-Zechfest ist selbst für die unmittelbar Bedrohten derart öde, dass noch Zeit ist für eine Zankerei zwischen Koldos Cousin und dem angeheuerten Kameramann über dessen Hochzeitsvideo. Fragt Koldo schließlich, warum weiter gefilmt werde, lautete die Antwort, die Leute müssten von dem Geschehen erfahren. Dem Zielpublikum mag die Pauschalrechtfertigung genügen, nicht jedoch Koldo, der weder Paco Plazas und Jaume Belagueros Rec, Rec 2, noch das US-Remake Quarantine oder dessen Fortsetzung gesehen hat. Der Glückliche! Wobei … er steckt ja in dem eintönigen Szenario fest, das hoffentlich Abschlussfilm des zur Trilogie ausgewachsenen Überraschungserfolgs wird. 

Indem die spannungslose Story plump den Voyeurismus des Publikums thematisiert, sabotiert er sein einziges fragwürdiges Anziehungskriterium. Der Moment, indem die Videokamera den Geist aufgibt, gewährt den Protagonisten infantile Rache: bisher war die Kamera teilnahmslose Beobachterin des Sterbens. Haha. Paco Plaza (diesesmal Solo unterwegs) gratulierte sich wohl zu dieser Pointe, die weder sonderlich überraschend, noch clever ist. Das wäre gewesen, die Kamera gar nicht erst anzuschalten. Einfach zur Abwechslung das Material nicht auszuwringen bis zum letzten (Kunstblut)Tropfen und Euro. Stattdessen stehen mit den Untoten die Versatzstücke und Klischees der Vorgänger wieder auf. Und natürlich die Kamera. 

  • Beitragsbild © Universum