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Berlinale ’20 Generation: „Voices in the Wind“ shows collective mourning as a means to move on

Berlinale ’20 Generation: „Voices in the Wind“ shows collective mourning as a means to move on

In einer Verkettung halbimprovisatorischer flüchtiger Begegnungen zeichnet Nobuhiro Suwas anrührendes Road Movie das Porträt einer Nation geprägt von Verlust, Kummer und hoffnungsspendendem Zusammenhalt. Dessen Inspiration ist das im Originaltitel benannte „Windtelefon“, eine reale Installation in Otsuchi. Die junge Ausreißerin Haru, mit intuitiver Eindringlichkeit verkörpert von Serina Motola, ist weniger Hauptfigur einer stringenten Handlung als Mittlerin eines kollektiven Traumas. Jede Generation erlebt es anders durch Atombomben, Erdbeben oder Tsunamis wie jener, der 2011 fast die komplette Familie der verstörten Protagonistin auslöschte.

Leben sei bloß eine Glücksfrage, sagt Kohei (Tomokazu Miura), der Haru am Straßenrand findet, wo sie ihre durch einen erneuten drohenden Verlust aufgerührte Pein hinausschreit. Eine balladeske Ellipse führt sie an einen Ort, an dem erneut ihre Trauer herausbricht und mit ihr die gesammelten Gefühle derer, die sie auf ihrem Weg metaphorisch und physisch weiter bringen, Mahlzeiten und Geschichten mit ihr teilen. Erfahrungen von Gemeinschaft, Hilfsbereitschaft, überraschender Fröhlichkeit und Empathie ermöglichen ein Weiterleben trotz des erlebten Leidens – und des zukünftigen.

  • OT: Kaze No Denwa
  • Regie: Nobuhiro Suwa
  • Drehbuch: Nobuhiro Suwa
  • Produktionsland: Japan
  • Jahr: 2019
  • Laufzeit: 139 min. 
  • Cast: Mirai Yamamoto, Makiko Watanabe, Tomokazu Miura, Serina Motola, Toshiyuki Nishida, Hidetoshi Nishijima, Soho Ikezu
  • Beitragsbild © Berlinale
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